Wie kommt man eigentlich zum Thema Titanic?

 

 

„Das lief bei mir eigentlich in mehreren Abschnitten ab. Als an meinem 15.Geburtstag das Wrack der Titanic „offiziell“ gefunden wurde, war das damals natürlich ein riesiges Thema in den Medien. Aber nach relativ kurzer Zeit ebbte das öffentliche Interesse an der Titanic langsam wieder ab und es wurde sehr schwierig, an Literatur über das Schiff heranzukommen. Ich hatte damals zwar die unvermeidliche Titanic-Bibel: „Die letzte Nacht der Titanic“ von Walter Lord gelesen, aber viel mehr an Literatur über die Titanic gab es damals noch nicht. Da war dann auch für mich erst einmal eine „Titanic-Pause“ angesagt. Erst als dann 1997 der Blockbuster „Titanic“ von James Cameron in die Kinos kam, erwachte wieder mein Interesse an diesem Thema.“

 

 

Wann reifte der Entschluss ein Buch über die Titanic zu schreiben?

 

„Es hat sich einfach so ergeben, würde ich sagen. Je tiefer ich in die Materie eintauchte, desto mehr faszinierte mich die ganze Geschichte der Titanic. Wie sagte damals schon James Cameron: „Die Geschichte des Schiffes mit ihrer Jungfernfahrt und dem Untergang ist wie ein großer Tatsachenroman.“ Da gebe ich Cameron vollkommen Recht. Wenn man einmal vom Virus Titanic angesteckt wurde, kommt man nie mehr davon los. Irgendwann habe ich mich dann entschlossen darüber ein Buch zu schreiben. Es dauerte insgesamt sechs Jahre bis ich dann „Titanic-Das Ende einer Illusion“ fertiggestellt hatte.

 

Immer wieder, auch in ihren Büchern , wird vom „offziellen Fund des Wracks“ durch Robert Ballard gesprochen. Hat er denn das Wrack der Titanic nicht gefunden?

 

„Er hat es sicherlich am 1.September 1985 „ offiziell gefunden“, aber es wurde bereits 1977 von der britischen Marine entdeckt, aber die durften aufgrund der Geheimhaltung ihrer Mission, davon nichts verlauten lassen. Jeder in Titanic-Kreisen weiß, dass Ballard das Wrack nicht als Erster entdeckt hat. Die Medien trauen sich, warum auch immer, einfach nicht, die Wahrheit über die Entdeckung des Wracks der Titanic zu erzählen. So wird, wohl bis in alle Ewigkeit verbreitet werden, dass Robert Ballard das Wrack fand, obwohl alle wissen, dass das nicht stimmt.“

 

In diesem Jahr jährt sich der Untergang der Titanic zum 104.mal. Welche Gedanken zum 104.Jahrestag des Unglücks hat man bei diesem Datum?

 

„Der Untergang des Schiffes markierte eine Zeitenwende. Niemand behauptete danach mehr, dass ein Schiff „unsinkbar“ wäre. Die Vorschriften an Bord von Schiffen wurden radikal verschärft, auch wenn das Schiffsunglücke nicht verhindern kann, wie man am Beispiel der „Costa Concordia" sehen kann. Für die Seefahrt war das Unglück der Titanic ein Weckruf, dass es nicht so weitergehen konnte wie bisher.Nach der Entdeckung des Wracks der Titanic, und erst recht durch den Film von James Cameron, hat es eine Kommerzialisierung des Themas Titanic gegeben, die der Historie dieses großartigen Schiffes nicht im Geringsten gerecht wird. Zu Gewinnzwecken wird dort die Historie umgeschrieben und das ist absolut schrecklich. Die wenigsten durchschauen diese Machenschaften und lassen sie geschehen. Ob sich das aufhalten lässt, wage ich zu bezweifeln.“

 

 Welchen Schwerpunkte haben ihre bisherigen Bücher über die Titanic?

 

"In "Titanic-Das Ende einer Illusion" geht es um die komplette Geschichte der Titanic und meine Sichtweise darauf. Auch mein persönlicher "Weg zur Titanic" ist dort beschrieben. Wie kam ich zu diesem Thema und was habe ich in den letzten 20 Jahren in der sogenannten "Titanic-Szene" erlebt und welche Persönlichkeiten durfte ich kennenlernen? In "Schicksal Titanic"geht es hauptsächlich um die Geschichten der Passagiere an Bord der Titanic. Wie erlebten sie den Untergang des Schiffes und wie sah ihr weiteres Leben nach der Katastrophe aus? Das ist der Aspekt der Titanic der mir am meisten am Herzen liegt."  In "Der zweite Untergang der Titanic" gehe ich darauf ein, wie das Wrack der Titanic wahrscheinlich wirklich gefunden wurde und von wem. Auch thematisiere ich als erster den offenen Brief von Paul-Henri Nargeolet an den "Entdecker der Titanic" Dr.Robert Ballard. Das ist zweifellos das Prunkstück des Buches. Ferner versuche ich zu verdeutlichen, wie es um das Wrack und seine umstrittenen Bergungsrechte zum heutigen Zeitpunkt bestellt ist. Das ist ein ziemlicher Krimi, kann ich sagen."